„Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter“ Heft 1/2017 erschienen

Dienstag, 28.Februar 2017, 13:22 Uhr
Nordhausen (psv) Die erste Ausgabe des Jahres 2017 der „Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter“ , die vom Stadtarchiv Nordhausen in Zusammenarbeit mit dem Verlag Steffen Iffland herausgegeben werden, ist jetzt erschienen. Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Wolfram G. Theilemann, sagt welche Artikel der Leser im Heft zur Geschichte von Stadt und Landkreis Nordhausen findet ...

Nordhäuser Nachrichten Nr. 1/2017 „Die aktuelle Ausgabe wird von drei Abbildungen eingerahmt. Auf dem Titelblatt ist eines jener seltenen Fotos von vor 100 Jahren zu sehen, die „an die Brüderschaft der deutschen, österreichischen[-ungarischen] und russischen Truppen“ am Ostersonntag, 15.04.1917, irgendwo an der Ostfront gefeiert wurde. Ein Heringer war dabei, nicht vielleicht auch Nordhäuser? Zweifelsohne war 1917 neben 1776 oder 1517 eine „Wegscheide der Weltgeschichte“, als sich einfache Soldaten gemeinsam - ‚meuternd‘ oder Auferstehung feiernd? - gegen den Krieg wandten. Darunter grüßt noch die ‚gute alte Zeit‘ vor 1914 in Form einer Postkarte aus dem schlesischen „Dreikaisereck“, in der die drei Kaiser Wilhelm, Franz Joseph und Nikolaus sich noch scheinbar gut verstanden. Die Umschlaginnenseite bietet demgegenüber einen Rückblick in DDR-Wohnkultur der 1980er Jahre aus echt Nordhäuser Produktion, auch für den osteuropäischen Markt der „Bruderländer“. Auf der letzten Umschlagseite entfaltet sich dagegen ein seltsam zeitgemäß-nordhäuserisch anmutender Denkmalssockel zum „Luther-Jahr“.

Die geschichtlich-landeskundlichen Beiträge warten auch in dieser Ausgabe mit einem breiten Spektrum an Autoren auf: Einleitend weist Manfred Linck auf einen spannenden Archivfund zur mitteldeutschen Stadtgeschichte der Hussitenkriege des 15. Jahrhunderts in Erfurt hin. Es folgen ungewöhnliche, wenngleich ebenfalls erst neu entdeckte Einblicke in die lokale Finanz- und Verwaltungsgeschichte der ehemaligen Freien Reichsstadt bis 1802. Dr. Peter Kuhlbrodt präsentiert anschließend den Aufstieg und Fall der lange umstrittenen „Millionenerbschaft“ eines Zimmermanns aus Hermannsacker/Nordhausen in Südamerika um 1764. Martin Bierwisch dagegen bietet neueste musikgeschichtliche Forschungsergebnisse zu Nordhäuser Buch- und Musikalienverlegern aus der deutschen „Sattelzeit“ um 1806. Tanz- und Hausmusik oder aktive Chorarbeit an Gymnasium und Töchterschule überlebten offenbar dank agiler Enthusiasten auch jene schweren Zeiten.

Die „Nachrichten aus Archiven, Museen und Bibliotheken“ dokumentieren zunächst den vom Stadtarchiv erstellten Jahresrückblick auf Nordhausen in 2016. Anschließend referiert Dr. Dirk Schmidt ausführlich über die ‚Auferstehung‘ der „Alten Kanzlei“ in Bleicherode binnen 20 Jahren seit 1996. Herbert Gerhardt schließlich offenbart knapp und biografisch fundiert seine „Freuden und Sorgen“ beim Sammeln von historischen Zeitungen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts – offensichtlich auch keine ‚ruhigere‘ Zeit als die Gegenwart.

Im „Dialektwinkel“ schließlich bietet Johannes Dröder einen besonderen Dialog der Nordhäuser ‚Müller und Schulze‘ aus den frühen 1950er Jahren. Abschließend wünscht die Redaktion allen Leserinnen und Lesern eine anregende – und vielleicht auch Mut zum Schreiben machende? - Lektüre in einer hoffentlich bald anbrechenden Frühlingszeit. Und nicht vergessen: Im Juni kommt - dank der jetzt bereits 25 Jahre bestehenden Lesser-Stiftung (www.lesser-stiftung.de)! - ein Sonderheft zum Stadtjubiläum mit seltenen „Nordhäuser Stadtansichten“ heraus, Heft 2/2017 der „Nachrichten“ erscheint dann zum 1. September.“