Gustav, Jacob und Moritz Plaut

Die Brüder Gustav, Jacob und Moritz Plaut schenkten der Stadt am 28.August 1865 zu wohltätigen Zwecken 30.000 Mark. Die Zinsen sollten je zur Hälfte der hiesigen Synagogengemeinde und den hiesigen Ortsarmen zugute kommen. Am 27.August 1874 stockten sie das Stiftungsvermögen um weitere 30.000 Mark auf. Am 31.März 1889 betrug das Stiftungsvermögen 59.235 Mark. 2.088 Mark Zinsen wurden 1888/89 verteilt.

Jacob, Moritz und Gustav Plaut waren die Söhne von Herz Cusel Plaut (1785-1837) und der Caroline geb. Blach. Jacob, der älteste und bedeutendste der drei Brüder, begründete 1879 die Jacob-Plaut-Stiftung. Geboren am 11.Januar 1817, besuchte er von 1823 bis 1829 bis zur Untersekunda das Nordhäuser Gymnasium. Anschließend trat er als Lehrling in ein Leipziger Bankhaus ein und besuchte eine Leipziger Handelslehranstalt. Danach trat er in das Bankgeschäft H.C. Plaut ein, das sein Bruder Moritz unter Beteiligung seiner Mutter im Jahre 1843 in Nordhausen gegründet hatte. 1852 verkauften die Brüder die Firmen an das Bankhaus Bach und Fränkel und gründeten in Leipzig ein Bankhaus. In den 70er-Jahren siedelte die Firma nach Berlin über. Die Gebrüder Plaut erwarben ein bedeutendes Vermögen.

Persönlich war Jacob Plaut von großer Anspruchlosigkeit. Zahlreiche Reisen führten ihn nach Italien, Frankreich und England. Von seinem philanthropischen Wirken zeugten eine Anstalt für Lungenleidende in Nizza, eine Krankenanstalt in den französischen Seealpen, auch wohltätige Einrichtungen in Leipzig und Berlin.

Jacob Plaut verstarb am 4.Februar 1901 in Nizza.
Moritz Plaut, geboren am 6.Juni 1822 in Nordhausen, verstarb am 17.Mai 1910 in Berlin.