Maria Schmidt-Franken

(1889 – 1967)

Heimatkünstlerin mit Zigarre

Maria Schmidt-Franken wird in Nürnberg geboren und wächst in München auf. Sie studiert vier Jahre Landschaftsmalerei und beteiligt sich schon früh an Münchener Kunstausstellungen. Bayernkönig Ludwig III. kauft eines ihrer Werke.

Nach einer Studienreise durch Mittelitalien betritt sie im Januar 1916 erstmals Nordhäuser Boden. Die Stadt wird zur Heimat. Hier lebte Maria Schmidt-Franken - der zweite Teil ihres Familiennamens erinnert an ihre Herkunft aus dem Fränkischen - die längste Zeit in ihrem kleinen Haus am Sachsenhof 7. Eine Schülerin beschreibt Maria Schmidt-Franken als faszinierende, starke Persönlichkeit. Ihr Erkennungszeichen: Zigarre oder Zigarillo und der mit Farbe besprenkelte weiße Malerkittel.

Ihr Vater weckt die Liebe zur Natur. Die Einsamkeit einer Landschaft berührt sie, der Weite des Horizonts gehört ihre Liebe. Der Himmel wird für sie ein wesentliches Ausdrucksmittel. Maria Schmidt-Franken schafft Idyllen. Der Pinselstrich ist bewegt, die Wolken leben. Sie ist von den Werken Hermann Löns', des „Heidedichters“, angetan. Von Nordhausen aus reist die Künstlerin immer wieder nach Norden. Die Bewegtheit des Wassers zieht sie an; Moor, Heide, Nordsee sind die Landschaften, die ihrem Wesen entsprechen. Unbeirrt von künstlerischen Modeströmungen sucht sie nach eigenen Ausdrucksformen.

Der Harz wird zum beliebten Motiv. Die Bilder in ihrem Atelier zeigen die herbe und bizarre Natur des Gebirges. Schmidt-Franken wird als Harzmalerin bekannt.

Ihr Ruf als Künstlerin reicht bis nach Dresden, Chemnitz, Hamburg. Ihre Bilder werden Bestandteil von Ausstellungen, die der Nordhäuser Kunstverein gestaltet. Gelegentlich stellt sie ihre Werke auch in der Nordhäuser „Buchhandlung Hornickel“ in der Töpferstraße aus oder die Interessierten kommen direkt in ihr Atelier am Sachsenhof.

Zum 1000. Geburtstag der Stadt 1927 gestaltet sie eine der beiden aus diesem Anlass herausgegebenen Postkarten, und im Auftrag der Stadt schafft sie für den neu erbauten „Ratskeller“ am Rathaus mehrere Gemälde.

Nach dem 2. Weltkrieg wird es still um die Künstlerin. Ihre Kunst gerät ins Abseits, ist offiziell nicht mehr gefragt. Es finden sich nur wenige Käufer, die materielle Situation wird schwierig. Schmidt-Franken vereinsamt. Am 27. März 1967 stirbt die 78jährige.


(nach: Heidelore Kneffel)