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Lesecafé in der Stadtbibliothek

Montag, 30. Januar 2023, 15:54 Uhr
Nordhausen (psv) „Stell Dir vor, es wäre DDR - und Du bist in einer nicht überholbaren Vorteilsposition: Dein Opa war im KZ.“ So ähnlich schreibt es Brigitte Reimann in ihren Tagebüchern. 1933 geboren wird sie nach dem Abitur Schriftstellerin. Zunächst scheint es so zu sein, dass sie Ulbrichts „bestes Pferd im Bitterfelder Stall“ ist. Dann kam es doch etwas anders. Sie entwickelt einen kritischen Blick auf die DDR und den Aufbau des Sozialismus. Überall Heuchelei, überall Konjunkturritter und Hohlköpfe, die ihre eigenen Interessen im Sinn haben und nicht das gemeinsame Ziel eines sozialistischen Aufbaus. „Ankunft im Alltag“ ist der Buchtitel eines frühen Werkes. 1961 erscheint das Buch. Sie selbst arbeitete wie ihre Romanprotagonisten eine Zeitlang zwischen Schule und Studium in der Industrie. Das war damals gern gesehen. Und sie, B. Reimann, kommt wie ihre Romanfiguren in der Wirklichkeit an. Ähnlich wie ihrer Schriftstellerkollegin und Freundin Christa Wolf geht es nicht mehr um Schönschreiberei, sondern um Problembeschreibung. Damit kam sie auf Abwege. Denn die richtigen Wege der richtigen Schriftsteller in der DDR so die SED-Kulturpolitik - sollen „Sozialistischer Realismus“ heißen.

Brigitte Reimann wählt ihre eigenen Wege. „Franziska Linkerhand“ ist das berühmte Buch, das sie nicht vollendete. Sie starb an Krebs im Jahr 1973.
Zuvor aber musste sie das Buch, das nach ihrem Tod im Jahr 1974 erschien, in Selbstzensur kürzen und entschärfen. In diesem Jahr ist ihr 90. Geburtstag und ihr 50. Todestag.
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