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Klausurwerkstatt in Erfurt tagte zum Stand des Forschungsprojekts „Nordhausen April 1945“

Freitag, 19. November 2021, 12:04 Uhr
Nordhausen (psv) Im Oktober 2021 tagte eine Klausurwerkstatt zum Forschungsprojekt „Nordhausen April 1945: Hintergründe, Opfer, Erinnerung“ im „Internationalen Begegnungszentrum“(IBZ) der Universität Erfurt. Der Leiter des Nordhäuser Stadtarchivs, Dr. Wolfram Theilemann, zieht ein erstes Resümee:

Oberbürgermeister Kai Buchmann eröffnete die dreitägige Tagung, an der der wissenschaftliche Projektbeirat, Bürgermeisterin Jutta Krauth, Stadtarchivmitarbeiter sowie drei auswärtige Fachleute teilnahmen. Die Teilnehmenden würdigten kritisch die nahezu abgeschlossene Teilstudie zur „statistisch-geographischen Analyse von Bergung, Registrierung und Beerdigung der Luftkriegstoten“ und ein Thesenpapier des beauftragten Historikers Jens Schley unter Mitarbeit von Saskia Zweck. Die Gäste ordneten am ersten Tag der Tagung die Nordhäuser Befunde in übergreifende Dimensionen des Luftkrieges 1939-1945 ein. Diese wurden aus militärgeschichtlicher Sicht durch Dr. Lutz Budrass, Universität Bochum, aus sozialgeschichtlicher Perspektive durch Prof. Dr. Dietmar Süß, Universität Augsburg und aus dem erinnerungskulturellem Blickwinkel durch Ass. Prof. Dr. Jörg Arnold der Universität Nottingham betrachtet. Das ganztägige Kolloquium sei sehr konstruktiv gewesen und wies Orientierungsmarken für die Schreibphase der Studie aus, so Theilemann.

Am 2. Tagungstag stellte Werkvertragsforscher Jens Schley M.A. seinen 4. Jahresbericht dem Projektbeirat vor, der bereits zum 5. Mal tagte. Die Forschung blieb zwar aufgrund COVID 19-Einschränkungen und dadurch erschwerten Archivzugang beeinträchtigt, trotzdem konnte Jens Schley über wichtige Fortschritte berichten, auch dank maßgeblicher Unterstützung durch Saskia Zweck M.A. inzwischen Doktorandin an der Universität Erfurt. Sie wird zugunsten des erfolgreichen Projektabschlusses auch als Ko-Autorin fungieren. Seit Sommer 2021 konnten Archivrecherchen in London durch separat Beauftragte durchgeführt und Quellenreproduktionen gesichtet werden. Ähnliches wird bis Winter 2021/2022 noch in deutschen Archiven bzw. den USA absolviert, um die Studie auf optimaler Quellengrundlage zu fundieren.

Der Beirat empfahl den Abschluss der Recherchephase bis Winter 2022 und des Gesamtprojektes unter Vorlage des druckreifen Manuskriptes bis Ende 2022. Für 2022 wurden weitere Beiratssitzungen avisiert. Den Schreibprozess Schleys wollen die Beiratsmitglieder durch Lektorierung fördern, um die Studie 2023 in einem einschlägigen Verlag herausgeben zu können. „Die Klausurwerkstatt konnte in Zusammenarbeit von Stadtarchiv und Universität Erfurt in angenehmer Umgebung und auf technisch zeitgemäßem Niveau realisiert werden“, schätzt Stadtarchivar Dr. Wolfram Theilemann abschließend ein und dankt in diesem Zusammenhang der gastgebenden Prof. Dr. Christiane Kuller von der Universität Erfurt und der Thüringer Staatskanzlei für die großzügige finanzielle Förderung des Projektes.
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