Anfrage an den Stadtrat

Anfrage vom 01. September 2017
Straßenzustand/ geplante Straßensanierungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe eine Frage zu den allgemeinen Zustand der Straßen in Nordhausen. Aufgrund der kaum mehr überschaubaren Anzahl an Straßen, deren Zustand so schlecht ist, dass man kaum mehr von Straßen reden kann, sondern viel mehr von Flickenteppichen, kann ich meine Anfrage leider nicht auf konkrete Straßen festlegen. Mittlerweile gibt es kaum eine Straße in Nordhausen, die noch in einem guten oder ausreichenden Zustand ist.

Daher meine erste Frage:
Gibt es eine Planung, welche Straßen in Nordhausen zu welchem Zeitpunkt saniert werden sollen?

Und meine zweite Frage:
Warum werden Reparaturen der Straßen in Nordhausen (und auch im Landkreis) so mangelhaft ausgeführt, dass die Straße nach der Reparatur teilweise in noch schlechteren Zustand ist, oder zumindest nicht besser ist wie vorher? Jeder Flicken wird zu einen "Teerhügel" nach dem anderen, sodass keine ebene Fahrbahn danach wiederhergestellt wird, sondern die PKW werden davon durchgeschüttelt. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Privat-PKW aus, sondern es wird zur zunehmendem Tortur, mit dem Linienbus durch Nordhausen zu fahren.

Warum werden die Straßen bei uns in der Form "repariert", während im benachbarten Landkreis Eichsfeld die Flicken im Straßenbelag beim Überfahren gar nicht bis wenig spürbar sind?

Ihre Antwort erwartend verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ihre Anfrage vom 1. September 2017 beantworte ich wie folgt: In der Stadt Nordhausen und den eingemeindeten Ortsteilen gibt es ein Straßennetz von rund 238 km, wofür die Stadt Nordhausen für die kommunalen Straßen als Straßenbaulastträger verkehrssicherungspflichtig ist. Wir sind bemüht, alle Straßen in einem verkehrssicheren Zustand zu erhalten. Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Nordhausen wird derzeit hauptsächlich das Schließen von Schlaglöchern/Fehlstellen in der Straßenoberfläche ausgeführt. Weiterhin werden jedoch auch Maßnahmen ergriffen, um zukünftig entstehende Fehlstellen in der kommenden Frost-Tau-Periode prophylaktisch entgegenzuwirken, indem eine Schließung der Risse und Fugen erfolgt. Eine grundhafte Straßensanierung war in den letzten Jahren nur vereinzelt möglich. Selbstverständlich sind für die nächsten Jahre verschiedene grundhafte Straßensanierungen geplant und für den städtischen Doppelhaushalt 2018/2019 angemeldet. Ob diese jedoch aufgrund der Haushaltskonsolidierung wirklich umgesetzt werden können, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher gesagt werden. Eine verlässliche Aussage ist erst nach Vorliegen des genehmigten städtischen Haushaltes möglich. Abschließend soll noch einmal auf die von Ihnen genannten „Teerhügel“ eingegangen werden (wobei Teer schon sehr lange im Straßenbau keine Anwendung mehr findet, sondern es wird heutzutage Bitumen als Bindemittel im Asphalt verwendet). An dieser Stelle muss gesagt werden, dass im Stadtgebiet häufig die alten Pflasterstraßen nach der Wende nur mit einer dünnen Schicht aus Asphalt überzogen wurden, um die Straßen zu verbessern. Diese dünne Asphaltschicht löst sich im Laufe der Jahre von der alten Pflasterung. In diesen Straßen werden Asphaltausbrüche nur mit einer „Flickung“ repariert, wobei die Lebensdauer dieser Flickung begrenzt ist. Durch diese Flickung sind der Fahrkomfort und die Fahrdynamik leider eingeschränkt. Straßen, welche einen hohen „Flickenaufwand“ aufzeigen, wurden in der Haushaltsanmeldung 2018/2019 berücksichtigt. Für Landes- oder Bundesstraßen können wir Ihnen leider keine Auskunft geben, da hier die Zuständigkeit entweder beim Landkreis oder Straßenbauamt Nordthüringen liegt. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen
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