Anfrage an den Oberbürgermeister

Anfrage vom 14. Juni 2017
Nachhaltige Mobilität
Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2030 wird der umweltfreundlichen Mobilität ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Dieses Konzept wurde in einem breiten Beteiligungsprozess durch Bürger, Verbände und Vereine, Wirtschaftsvertreter und viele andere Menschen erarbeitet und durch den Stadtrat beschlossen.

Im Nachgang und auf Basis des ISEK möchten wir positiv erwähnen, dass inzwischen die Sondernutzungssatzung das Errichten öffentlicher Ladepunkte für Elektromobilität ermöglicht und sich auch kommunale Unternehmen zunehmend der Elektromobilität zuwenden bzw. sie auf ihre Alltagstauglichkeit für ihre Zwecke testen.

Darüber hinaus engagiert sich ein „StartUp-Unternehmen“ aus Jugend Hochschulabsolventen immens im Bereich der nachhaltigen Mobilität sorgt für einen hohen Fördermittelfluss nach Nordhausen.

Im Bezug auf die weitere Entwicklung der nachhaltigen innerstädtischen Mobilität bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

1. Ist es möglich, den Nordhäuser Bahnhof zu einem intermodalen Verkehrsknoten der Stadt zu entwickeln? Dort gibt es Anbindungen an Deutsche Bahn, HSB, Straßenbahn, Busverkehr, Taxen. In Ergänzung dieser Verkehrsmöglichkeiten fragen wir, ob und wo konkret eine Sondernutzung auf städtischen Grund eine Car-Sharing Station für Elektrofahrzeuge mit entsprechendem Ladepunkt genehmigungsfähig ist.

2. Nutzt die Stadt im Rahmen ihres eigenen Fuhrparks das Car-Sharing-Angebot der IntraSol GmbH?

3. Wie viele Fahrzeuge (Eigentum & Leasing) gehören dem städtischen Fuhrpark an? (ausgenommen Fahrzeuge der Feuerwehren)

4. Wie hoch ist die Laufleistung in Kilometern je Fahrzeug und Jahr und des Fuhrparks insgesamt pro Jahr?

5. Wie hoch ist die (geschätzte) Betriebsdauer in Stunden durchschnittlich je Fahrzeug je Tag auf Basis einer Quartalsauswertung und wie hoch ist die Standzeit ohne Nutzung, sofern die Standzeit im Landkreis Nordhausen liegt?

6. Wie hoch sind die Kosten für den städtischen Fuhrpark pro Jahr unter Berücksichtigung der Kosten für Leasing-/Abschreibung, Treibstoff, Wartung und Reparaturen, Pflege, Steuern und Versicherung?

7. Gibt es für Fahrzeuge mit geringer täglicher Betriebsdauer eine Vergleichsrechnung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des vorhandenen Car-Sharing-Angebotes im Vergleich zu den Kosten für das eigene Fahrzeug?
Wir bedanken uns für Ihre Stadtratsanfrage vom 14. Juni zu dem Thema: Nachhaltige Mobilität. 1. Ist es möglich den Nordhäuser Bahnhof zu einem intermodalen Verkehrsknoten der Stadt zu entwickeln? Dort gibt es Anbindungen an Deutsche Bahn, HSB, Straßenbahn, Busverkehr, Taxen. In Ergänzung dieser Verkehrsmöglichkeiten fragen wir, ob und wo konkret eine Sondernutzung auf städtischen Grund eine Car-Sharing Station für Elektrofahrzeuge mit entsprechendem Ladepunkt genehmigungsfähig ist. Im ISEK 2030 der Stadt Nordhausen wird das Entwicklungsziel benannt, den Bahnhof als wichtigen Mobilitätsknoten weiter auszubauen und dabei potenzielle Standorte für die Elektromobilität (elektrisches Laden für Fahrräder/ Automobile sowie Car-Sharing) zu prüfen. Der derzeit genutzte Parkplatz im östlichen Teil des Bahnhofsplatzes kommt dafür nicht als Standort in Frage, da hier mittelfristig bis langfristig eine Bebauung entwickelt werden soll. Für eine Errichtung einer Car-Sharing-Station auf dem Bahnhofsplatz ist zu prüfen, ob insbesondere der Flächenbedarf an öffentlichen Flächen bereitgestellt werden kann, ob verkehrsrechtliche Einschränkungen bestehen sowie die Versorgung durch den Netzbetreiber gewährleistet werden kann. Potenzielle Standorte für einen Car-Sharing-Punkt auf städtischem Grund werden im Bereich Lange Straße/ Friedrichstraße gesehen, bedürfen aber ebenfalls einer technischen Prüfung durch den Netzbetreiber (Nordhausen Netz GmbH) zur Konkretisierung eines Standortes. Zur Prüfung weiterer Standorte auf privaten Grundstücken, bspw. der Deutschen Bahn, sind Gespräche mit den Eigentümern zu führen. Auszug – Stadtkarte mit öffentlichen Flächen (hellblau) 2. Nutzt die Stadt im Rahmen ihres eigenen Fuhrparks das Car-Sharing Angebot der InTraSol GmbH? Nein, die Stadtverwaltung nutzt das Car-Sharing-Angebot der InTraSol GmbH nicht. Die Stadtverwaltung prüft derzeit verschiedene Optionen, Elektromobilität in den eigenen Fuhrpark zu integrieren. Grundsätzlich wird das Konzept Car-Sharing, d.h. das Vermeiden von dauerhaften PKW-Standzeiten durch ein intelligentes, gemeinschaftliches Nutzen eines Fahrzeuges von mehreren gewerblichen/ dienstlichen sowie privaten Nutzern begrüßt. 3. Wie viele Fahrzeuge gehören dem städtischen Fuhrpark an (ohne Feuerwehr)? PKW 15 NKW 37 Spezialfahrzeuge 5 (Bagger, Kommunalschlepper, Rasentraktor) Gesamt 57 4. Wie hoch ist die Laufleistung in Kilometer je Fahrzeug und Jahr und des Fuhrparks insgesamt pro Jahr? siehe Tabelle im Anlage 1 5. Wie hoch ist die (geschätzte) Betriebsdauer in Stunden durchschnittlich je Fahrzeug je Tag auf Basis einer Quartalsauswertung und wie hoch ist die Standzeit ohne Nutzung, sofern die Standzeit im Landkreis Nordhausen liegt? Hierfür gibt es nur eine Auswertung für alle Poolfahrzeuge (siehe Anlage 2). Für die Standzeiten liegen keine Zahlen vor, da diese nicht explizit erfasst werden. 6. Wie hoch sind die Kosten für den städtischen Fuhrpark pro Jahr unter Berücksichtigung der Kosten für Leasing-/Abschreibung, Treibstoff, Wartung und Reparaturen, Pflege, Steuern und Versicherung? Kosten im Jahr 2016 Leasing 54.823,93 € Treib und Schmierstoff 74.338,17 € Wartung, Reparaturen, Pflege 92.654,20 € Steuern 9.080,22 € Versicherung 27.293,57 € Gesamt: 258.190,09 € 7. Gibt es für Fahrzeuge mit geringer täglicher Betriebsdauer eine Vergleichsrechnung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des vorhandenen Car-Sharing –Angebotes im Vergleich zu den Kosten für das eigene Fahrzeug? Ja, diese gibt es. Grundlage ist das Jahr 2016 für ein beispielhaft ausgewähltes Poolfahrzeug (NDH-N520; siehe Anlage 3). Wir hoffen, dass wir die Stadtratsanfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnten.
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