Anfrage an den Stadtrat

Anfrage vom 29. März 2017
Unterstützung der Initiative Urban Gardening von der Stadt Nordhausen
Würde die Stadt Nordhausen eine Initiative zum Urban Gardening, für die es bereits entsprechend motivierte Menschen gibt, begrüßen? Wenn ja, wird die Stadt Nordhausen für die gemeinschaftliche Bepflanzung auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau eine kleine Fläche zur Verfügung stellen und gibt es weitere Auflagen oder Voraussetzungen, die seitens der Initiative beachtet werden müssen?
Vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Urban Gardening! Die Stadt Nordhausen unterstützt grundsätzlich gerne Initiativen, die sich der Begrünung des öffentlichen Raumes widmen. So sind zum Beispiel seit 2014 zahlreiche Bäume in der Stadt über den StadtgrünFonds Nordhausen gepflanzt worden und prägen ihren Teil einer „grünen Stadt“. Bezüglich des gemeinschaftlichen Gärtnerns gab es beispielsweise in den Jahren ca. 2010 bis 2013/2014 eine Initiative für einen „Internationalen Garten“. Dieser lag auf einem zugänglichen Grundstück der Kirche, südlich der Sangerhäuser Straße. Ziel des Gartens war das soziale, interkulturelle Miteinander durch Nutzung eines gemeinsam bewirtschafteten Gartens. An diesem Projekt war die Stadtverwaltung fachlich beteiligt. Die Initiative wurde organisatorisch u. a. durch Herrn [...] und den Schrankenlos e. V. betreut. Eine dauerhafte Zusammenarbeit der Gartennutzer konnte sich jedoch leider vor Ort nicht etablieren. Die gärtnerischen Initiativen werden in Nordhausen überwiegend durch das überaus attraktive Angebot der Kleingartenanlagen aufgefangen. Es bestehen in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums, für eine verhältnismäßig geringe Pachtgebühr, Angebote, sich alleine oder gemeinsam gärtnerisch zu betätigen. Es sind zahlreiche freie Gärten zu vermitteln. Als Vertreter der Stadtverwaltung unterstützen wir eine aktive Garten- und Kleingartenbewegung in Nordhausen und möchten ausdrücklich dazu ermuntern, diese Möglichkeiten und Potenziale zu nutzen. Ihre Anfrage zum Urban Gardening zielt auf den öffentlichen Raum, insbesondere den Petersberg. Die Idee eines „Bürgergartens - Petersberg“ ist seit der Rekommunalisierung des Gartengeländes im vergangenen Jahr in der Verwaltung bereits im Gespräch. Insofern könnte Ihre Initiative hier sprichwörtlich auf „fruchtbaren Boden stoßen“. Konkret kommen zum Beispiel die gelb eingefassten Hochbeete im zentralen Bereich des eingezäunten Gartengeländes in Frage. Diese waren seit der Landesgartenschau stets mit essbaren Pflanzen bestückt. In den letzten Jahren wurden die ausdauernden Kräuter sehr extensiv kultiviert. Hier wäre eine Neubepflanzung mit essbaren Pflanzen (Gemüse, Kräuter etc.) denkbar und gewünscht. Einige der Beete müssten und könnten baulich erneuert werden. Um diese Bewirtschaftung zu konkretisieren, sollte seitens der Projektinitiatoren in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein konkretes Konzept mit mindestens den folgenden Punkten erarbeitet werden: Wer ist für Ihr Vorhaben konkret Projektträger? Wer ist verantwortlich? (Es muss feste Ansprechpartner geben.) Wer haftet, bzw. gibt es eine Haftpflichtversicherung, z. B. über einen Verein? Was wird gepflanzt (ggf. beispielhafte Aufführung)? - Ideal wäre mal ein grober Lageplan/Skizze, wie das in den genannten Hochbeeten aussehen soll. (Falls diese Beete für Sie in Frage kommen) – Hier können wir technisch und fachlich unterstützen. Würden Sie sich an baulichen Verbesserungen der Beete (Reparaturen/Streichen, Bodenaustausch etc.) beteiligen können/wollen? Wer gießt und pflegt die Flächen regelmäßig? Was passiert mit den Flächen nach der Ernte? Um das Ganze auch zu erklären, sollte ein Hinweisschild daneben stehen mit dem Namen der Initiative, z. B. Essbare Stadt/Urban Gardening und dem Projektträger und ggf. kurzen Infos zur Nutzbarkeit "Sie dürfen kosten.... " oder was auch immer. Würden Sie so ein Hinweisschild aufstellen wollen? Wie sieht das aus? Bei der Haushaltslage der Stadt Nordhausen können wir leider im Moment nur sehr begrenzt Unterstützung für die Projektdurchführung geben. Wir haben auf 163 Hektar kommunaler Grünfläche sehr viel Handlungsbedarf, dass das „Alltagsgeschäft“ unsere Kapazitäten stark beansprucht. Da wir Ihr Anliegen sehr schätzen, möchten wir Ihnen gerne anbieten, Sie zunächst auf "informeller" Ebene und bei der Projektvorbereitung zu unterstützen. Sollte die Initiative in der ersten Stufe der Umsetzung gut funktionieren, kann man für die kommende Saison mehr planen. D. h. je "professioneller" eine Zusammenarbeit abläuft, umso erfolgversprechender sehen wir die Initiative. Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Für ein informelles Treffen zur Konkretisierung des Projektes und zur Klärung weiterer Fragen stehen wir gern zur Verfügung. Freundliche Grüße
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