Anfrage Stadtrat

Anfrage vom Donnerstag, 26. März 2015, 17:25 Uhr
geplante Baumfällarbeiten A.-Puschkin-Str.
Am vergangenen Donnerstag erhielten Anwohner Einwurfbriefe über Baumfällarbeiten ab Montag, dem 16.02.2015. Nach Rücksprache mit dem Umweltamt betrifft dies 4 hundert Jahre alte und gesunde Eichenbäume, die bei der Verlegung der neuen Wasserleitung im Wege stehen.
Es wurde eine Neubepflanzung telefonisch zugesagt, wobei die Neubepflanzungsabsichten der vor 4 Jahren bereits gefällten Bäume bis heute nicht erfolgte.
Welche Möglichkeiten sehen Sie, Einfluss auf eine umweltschonendere Baumaßnahmen als Bauträger zu nehmen?
Beispielsweise wurden in der A.-Träger-Str.die Bäume erhalten.
Der sorgsame Umgang mit unserer Umwelt ist für künftige Wahlen ein entscheidendes Kriterium. So wurden auch auf dem Gelände des Wasserwerkes ca. 20 Blautannen, die 60 - 70 Jahre alt waren gefällt, bis heute keine Neuanpflanzungen.
Das sollte mal eine Privatperson tun!
Bitte informieren Sie uns schriftlich zeinah.
Wir bedanken uns für Ihre o. g. Anfrage zu den erfolgten Baumfällungen in der Alexander-Puschkin-Straße und haben Verständnis für Ihre Verärgerung. Lassen Sie mich vor der Beantwortung Ihrer konkreten Anfrage Folgendes vorweg schicken: Die Stadt Nordhausen unterhält ca. 22.000 Bäume im Innenstadtbereich und ca. 24.000 Bäume im Außenbereich und investiert dafür entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen. Die ökologische, klimatische und gestalterische Bedeutung des öffentlichen Baumbestandes (insbesondere des Altbaumbestandes) ist uns dabei bewusst. Insofern erfolgt vor der Fällung eines jeden Baumes eine verantwortungsbewusste Abwägung durch fachlich qualifiziertes Personal, welches auch regelmäßig durch Weiterbildungen geschult wird. Teilweise werden dafür auch Fachgutachten durch öffentlich bestellte Gutachter in Auftrag gegeben. In diesen Abwägungsverfahren werden vordergründig immer Alternativen zur Fällung geprüft. Leider ist aus verkehrssicherungspflichtigen Gründen oder im Rahmen von Baumaßnahmen mitunter auch die Entnahme von Bäumen unvermeidbar. Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, hat der Wasserverband Nordhausen nach langer Vorplanung 2012 damit begonnen, die seit 1906 in Betrieb befindliche Talsperrenleitung in mehreren Bauabschnitten zu erneuern. Bisher wurde eine neue Leitung vom Ortseingang Petersdorf/Nordhausen bis zur Kreuzung Albert-Träger-Straße/Alexander-Puschkin-Straße verlegt. In dem für 2015 geplanten Bauabschnitt ist die Verlegung der Leitung von der vg. Kreuzung bis auf das Gelände des Wasserwerkes vorgesehen. Da sich in diesem s. g. Baufenster bereits eine Vielzahl von Ver- und Entsorgungsleitungen befinden und es für die Verlegung der Talsperrenleitung keine alternative Trasse im öffentlichen Raum gibt, war die Fällung der Bäume unumgänglich. Die Realisierung der Tiefbauarbeiten unter dem Erhalt der Bäume hätte durch zu starke Abgrabungen im Wurzelbereich zu einer weiteren Verschlechterung des Vitalitätszustandes und zu einem kurzfristigen Abgang der Bäume geführt. Diese Verfahrensweise wäre unter der Abwägung aller Interessen nicht zielführend gewesen. Für die Fällung der Bäume wird der Wasserverband entsprechende Ersatzpflanzungen durchführen. Was die von Ihnen angesprochene Fällung der Blautannen auf dem Gelände des Wasserwerkes betrifft, möchten wir darauf verweisen, dass diese im Rahmen der Generalsanierung des Nordhäuser Wasserwerkes erforderlich waren und damals mit der unmittelbar angrenzenden Nachbarschaft abgestimmt wurden. Auch hier erfolgte eine hochwertige Ausgleichpflanzung mit einheimischen Laubgehölzen durch den Wasserverband auf dem Gelände des Wasserwerkes und am jetzigen Geschäftssitz des Wasserverbandes in der Halleschen Straße in Zorgenähe. Insofern ist der Wasserverband den damaligen Auflagen im Rahmen der Fällgenehmigung vollständig nachgekommen. Wir bitte um Ihr wertes Verständnis und hoffen, dass wir Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten konnten. Mit freundlichen Grüßen
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