Am „Kuhberg“ am Rand der „Rüdigsdorfer Schweiz“: Krauth: Stadt lässt alle Möglichkeiten für Widerspruch gegen Gipsabbau prüfen

Mittwoch, 24.Mai 2017, 17:40 Uhr
Blick in die "Rüdigsdorfer Schweiz"
Zum Bild: Blick in die „Rüdigsdorfer Schweiz“ bei Rüdigsdorf. Foto: P. Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen

Nordhausen (psv) Die Stadt Nordhausen wird gemeinsam mit der Gemeinde Harztor alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen gegen die Zulassung des Gipsabbaus am „Kuhberg“ in der Gemeinde Harztor. Das sagte jetzt Nordhausens Bürgermeisterin Jutta Krauth.

„Die Genehmigung durch das Landesbergamt ist der erste bergrechtlich genehmigte Neuaufschluss im Gipskarst östlich der B 4 seit 1990 am Rand des Naturraums `Rüdigsdorfer Schweiz´. Deshalb hat die Genehmigung eine schwerwiegende Bedeutung. Bedauerlich ist dabei auch, dass für die Stadt NDH und Harztor dabei keine Wertschöpfung und auch keine Arbeitsplätze entstehen werden.“

„Ich betone allerdings: Die Stadt Nordhausen ist und war nicht grundsätzlich gegen Gipsabbauvorhaben. Wir halten ausreichend auch Gipsabbauflächen bereit. Allerdings vertreten wir seit Anfang der 90-er Jahre kontinuierlich und parteiübergreifend die Auffassung, dass es in dem besonders schützenswerten Naturraum zwischen Kohnstein und `Alten Stolberg´ kein Gippsabbau bzw. keine Neuaufschlüsse geben soll“, so Frau Krauth weiter.

Das Gips abbauende Unternehmen beabsichtigt die Rohstoffgewinnung (Gips) zunächst auf einer Fläche von 1,9 Hektar im Tagebau Erwartet wird in diesem Tagebauabschnitt eine Rohgipsmasse von 240.000 Tonnen. Bei jährlich geplantem Abbau von ca. 20.000 Tonnen reichen die Vorräte in diesem Abschnitt nach Unternehmensangaben etwa 12 Jahre. Die Lockerung des Gesteins erfolgt mittels diskontinuierlicher Sprengungen, anschließenden Zerkleinerung und Abtransport. Derzeit sind die Tagebaufläche selbst und die Flächen der beiden vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen in der Gemarkung Rüdigsdorf intensiv landwirtschaftlich genutzt.