Auftakt für die Entwicklung des IBA-Quartiers Nordhausen-Nord

Mittwoch, 19.April 2017, 10:30 Uhr
Nordhausen (psv) Die Stadt Nordhausen und die Wohnungsunternehmen Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Nordhausen (SWG) und Wohnungsbaugenossenschaft eG Südharz (WBG) wollen den Stadtteil Nordhausen-Nord zukunftsfest machen und nachhaltig umbauen.

Ein Themenfeld ist dabei der energetische Stadtumbau, der nun in Nordhausen-Nord erprobt werden soll. Grundlage sind das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2030 (ISEK) und das Integrierte Klimaschutzkonzept 2050 (IKSK). Für Nordhausen-Nord wird erheblicher Handlungsbedarf gesehen, gleichzeitig aber auch langfristig sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten. Für das Quartier Nord wird ein hoher Wärmeverbrauch in den Wohngebäuden konstatiert und ein Einsparpotenzial von mehr als 40% geschätzt. Dieses Potenzial soll nun gehoben werden. Der Startschuss zur Erarbeitung der Rahmenplanung ist jetzt erfolgt mit einem Auftaktworkshop im „Nordhaus“.

Auftakt für die Entwicklung des IBA-Quartiers Nordhausen-Nord

Blick in die Auftaktrunde im „Nordhaus“. Foto: P. Grabe, Pressestelle Stadt Nordhausen

„Ein wichtiges Element dieses Verfahrens ist die Kooperation und die Offenheit“, sagte Bürgermeisterin Jutta Krauth. „Jeder Verfahrensschritt wird mit den Bewohner-Vertretern des Stadtteils getan und den Nordhäuser Stadträten.“

Partner hierbei ist die Internationale Bauausstellung Thüringen (IBA) mit dem Ziel, Modellprojekte im Wohnquartier Nordhausen-Nord umzusetzen. Seit 2014 sind die Hochschule Nordhausen und die Stadt Nordhausen Kandidat der IBA Thüringen. Im Rahmen der Qualifizierungsphase haben die drei Partner in 2015 und 2016 an dem „Wettbewerb Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen.

Beim Thema Energie kommt ein wichtiger Projektpartner hinzu, die EVN. Sie betreibt in Nord das Fernwärmenetz mit einem Blockheizkraftwerk. Um die Auswirkungen von Sanierungsmaßnahmen auf das Fernwärmenetz abschätzen zu können sowie das Ziel der größtmöglichen CO2-Einsparung zu ermitteln, wurde im Dezember 2016 ein Büro mit der Erarbeitung einer Energiebedarfs und -potenzialanalyse für Nord beauftragt.

Einer der folgenden Schritte ist der Rahmenplan für das Quartier Nord. Hierfür sollen drei qualifizierte Büros der Disziplinen Stadtplanung/Architektur und Landschaftsarchitektur in einem konkurrierenden Verfahren Ideen für Nord entwickeln. Konkret fiel die Wahl auf folgende Büros:
1. DeZwarteHond. Rotterdam/Groningen/Köln) mit plandrei Landschaftsarchitektur (Erfurt);
2. TOPOTEK 1 (Berlin) und
3. Teleinternetcafe (Berlin) mit HWK LandschaftsArchitekten Knödler (Ratingen).

Alle drei Büros bzw. Arbeitsgemeinschaften erhalten die gleiche Aufgabenstellung. Für die Bearbeitung haben die Teilnehmer gut 2 Monate Zeit. Zur Halbzeit kommen alle Büros und das Gutachtergremium zusammen. Mit Empfehlungen für die weitere Bearbeitung beginnt dann die zweite Hälfte der Bearbeitungszeit. Von den im Juni eingereichten Entwürfen wird durch das Gutachtergremium eine Vorzugsvariante gewählt. Alle drei Entwürfe werden anschließend voraussichtlich ab dem 13. Juni im „Nordhaus“ für 3 Wochen öffentlich ausgestellt. Allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern werden die Entwürfe in einem Bürgergespräch vorgestellt. Dabei können auch Hinweise für die Weiterbearbeitung zu einem Rahmenplan aufgenommen werden.

Das beschriebene Verfahren ist im Rahmen der IBA-Kandidatur notwendig, um verschiedene exzellente Lösungen für einen beispielgebenden nachhaltigen Stadtumbau eines Plattenbauquartiers in Nordhausen zu finden. Es wird Kosten in Höhe von rd. 95.000 € verursachen. Dafür sind Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Aussicht gestellt. Die IBA unterstützt die Stadt mit einer ergänzenden Förderung, so dass der kommunale Mitleistungsanteil auf 10% abgesenkt werden kann.

Anregungen und Hinweise zur Quartiersentwicklung in Nord werden gerne im Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung unter der Telefonnummer 696 308 oder der Mail-Adresse stadtkonzepte@nordhausen.de von Petra Diemer entgegengenommen.