Günther Groh

Günther GrohGünter Groh wurde 1925 in Markkleeberg geboren. Er hat als anerkannter und beliebter Lehrer in unserer Stadt und darüber hinaus die Kunst und das Kunstschaffen in unserer Stadt gefördert und entscheidend mitgeprägt. In Anerkennung seiner Lebensleistung wurde er vom Stadtrat der Stadt Nordhausen am 6. Mai 2015 zum Ehrenbürger ernannt. Günter Groh starb am 10. Mai 2015 in Nordhausen.

Nach seiner Lehre als Tiefdruck-Retuscheur und parallel dazu dem Besuch der Gutenbergschule in Leipzig studierte er von 1942 bis 1943 Grafik und Buchkunst in Leipzig. Das Studium musste er aufgrund des Kriegsdienstes von 1943 - 1945 abbrechen. Danach folgte bis 1948 die Kriegsgefangenschaft in Frankreich. Von 1948 bis 1949 besuchte er einen einjährigen Lehrgang für Berufsschullehrer in Leipzig und arbeitete bis 1950 als Berufsschullehrer für grafische Lehrlinge in Greifswald. Dort studierte er von 1951 bis 1955 an der Pädagogischen Fakultät der Universität. 1952 heiratete er die Grafikerin Eva Maria Beger, 1956 wurde der gemeinsame Sohn Rainer geboren. Von 1955 bis zu seiner Pensionierung 1990 war er Lehrer, zuletzt Studienrat, für Kunsterziehung an der Erweiterten Oberschule „Wilhelm von Humboldt“ in Nordhausen. 

Günter Groh hat über Jahrzehnte unsere Stadt und ihre Entwicklung malerisch in verschiedenen Techniken festgehalten. Daneben lehrte er Generationen von Schülerinnen und Schülern nicht nur Kunsterziehung, sondern weckte deren Interesse für die Kunst und die Liebe zur Natur.
Einige seiner Schüler, so u. a. Gerd Mackensen, Peter Genßler, Jürgen Rennebach und Andreas Barth, erlernten bzw. studierten künstlerische Berufe wie Grafiker, für die Günter Groh in seinem Unterricht den Grundstein legte.

Seine Bilder wurden schon mehrfach in Nordhausen, vor allem im Kunsthaus Meyenburg, ausgestellt. Seine Werke geben einen besonderen Einblick in sein künstlerisches Schaffen über viele Jahrzehnte und zeigen damit auch einen Blick auf die Veränderungen in unserer Umgebung bzw. die gesellschaftlichen Entwicklungen – sei es die baulichen Veränderungen im Stadtkern oder die landschaftlichen am Stadtrand. Damit sind seine Arbeiten heute eigentlich Zeugnisse vergangener Zeiten – wie der Blick in die Rautenstraße der 70er Jahre oder den Bau von Plattenbauten, die in dieser Form heute zwar nicht mehr sichtbar sind, in der Erinnerung aber noch vorhanden.