Friedrich Wilhelm Wallroth

(1792 – 1857)

Nordhausens bedeutendster Botaniker

Friedrich Wilhelm WallrothFriedrich Wilhelm Wallroth war Nordhausens bedeutendster Botaniker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der als Wissenschaftler weit über die Grenzen der Stadt hinaus Anerkennung gefunden und in F. T. Kützing einen würdigen Nachfolger gefunden hat.

Wallroth wird am 13. März 1792 im Pfarrhaus zu Breitenstein im Harz geboren und verlebt hier und in Breitungen seine Jugend. Vom Vater für den Schulbesuch vorbereitet, besucht er seit 1805 die Klosterschule in Roßleben / Unstrut. Schon hier zeigt er starkes botanisches Interesse. Während seines Medizinstudiums in Halle seit 1810 hört er auch botanische Vorlesungen. In Göttingen promoviert er 1815 zum Doktor der Medizin und Chirurgie. 1816 läßt er sich als praktischer Arzt in Heringen nieder und wird 1817 zum Amts- und Stadtphysikus ernannt. 1822 geht er als Kreisphysikus nach Nordhausen und nimmt hier 1825 seinen ständigen Wohnsitz. 1855 legt er sein Amt als Kreisphysikus nieder und stirbt am 22. März 1857.

Erste botanische Arbeiten, 1815, 1822 und 1825 veröffentlicht, verbreiten seinen Ruf als hervorragender Botaniker. Es folgten kryptogamische Studien, die er als „Flora cryptogamica germanica“ (Nürnberg 1831-1833) veröffentlicht. Später erarbeitet er eine „Flora Hercynia“, eine Pflanzenkunde des Harzraumes. In seinem „Scholion“ (1840) bereichert er das Wissen um die Flora des Harzes und seines Vorlandes um ausgezeichnete Hinweise und Fundortsangaben, darunter auf Pflanzen, die bereits von Johannes Thal und Johann Ludwig Fürer angezeigt, von ihm zuerst wieder aufgefunden und gedeutet wurden. Weitere Veröffentlichungen folgten 1842 und 1844. Da er ungeübt im Zeichnen von Pflanzen ist und auch wenig Geschick beim Präparieren am Mikroskop zeigt, müssen Friedrich Traugott Kützing und der Maler Wilhelm Eichler helfend einspringen.

Wallroth war Mitglied zahlreicher naturwissenschaftlicher Gesellschaften, seit 1823 auch der Leopoldina in Halle. Seine Freunde errichteten ihm auf dem Geiersberg 1858 eine Gedenksäule. Die Stadt gab einer Straße seinen Namen und brachte an seinem Wohnhaus, Barfüßerstraße 37, eine Gedenktafel an.


(nach: Karl Kellner)