Friedrich Traugott Kützing

(1807 – 1893)

„Nach Algen zog er aus. Mit Lorbeer kehrt`er heim“

Friedrich Traugott KützingUnter diesem Motto steht einst eine Ehrung des greisen Forschers, Pädagogen und Nordhäuser Bürgers, als er bereits über die Grenzen Deutschlands hinaus als Kapazität auf seinem Fachgebiet bekannt war. Sein Verdienst ist es, zum Ausbau der Systematik der Algen beigetragen zu haben. Seine Hauptwerke sind die 1843 erschienene „Phycologia generalis“ und die 1845 folgende „Phycologia germanica“. Die Krönung stellt die von 1845 bis 1871 erscheinende „Tabulae phycologica“ dar, deren 1900 Tafeln Kützing selbst zeichnet und die Steindrucktafeln anfertigt. Zugleich ist Kützing ein begabter Lehrer. Von 1835 bis 1883 unterrichtet er Naturwissenschaften an der Realschule und späteren Realgymnasium in Nordhausen.

Am 8. Dezember 1807 wird Kützing in Ritteburg bei Artern geboren. Der Vater bestimmt den 14-Jährigen für die Apothekerlehre, da er den Besuch einer Gelehrtenschule nicht bezahlen kann. Der Apotheker in Aschersleben fördert ihn. 1831 veröffentlicht er die „Monographia Callitricharum germanicarum“, die bei Fachleuten große Anerkennung findet. An der Universität Halle wird er zweiter Assistent. Seine Algenstudien führen ihn zur Entdeckung des Kieselsäuregehalts der Diatomeen. Eine Abhandlung darüber schickt er an Alexander von Humboldt, durch dessen Fürsprache er 200 Taler für eine Forschungsreise nach Italien erhält.

Da sich nach seiner Rückkehr die Hoffnungen auf eine Anstellung am königlichen Herbarium in Berlin zerschlagen, wird er Lehrer für Chemie und Naturgeschichte an der neuen Realschule in Nordhausen.

Kützing fasst seine Wissenschaft ganz praktisch auf. 1846 gibt er in der Presse Hinweise zur Bekämpfung der Nass- und Zellfäule bei Kartoffeln. Seine Arbeiten zur Alkohol-Essigbildung sind wichtig für die Gärungsindustrie.

Fast 50 Jahre wirkt er erfolgreich als Pädagoge. Erst im Jahr 1883 tritt er mit 76 Jahren in den Ruhestand. Er stirbt am 9. September 1893.

Schon zu seinen Lebzeiten ist Kützing hoch geehrt. 1837 erfolgt die Promotion durch die Universität Marburg. 1842 wird ihm der Professorentitel verliehen. Die Stadt Nordhausen ehrt ihn und gibt 1896 einer Straße seinen Namen. Am Hauptweg in das Nordhäuser Gehege steht das Denkmal, das ihm 1906 sein Schüler Hermann Arnold errichtet.


(unter Verwendung von Materialien von Ernst Stiede)