Johannes Spangenberg

(1484 – 1550)

Der Reformator im Südharz

Johannes SpangenbergIn den mehr als zwanzig Jahren seiner Nordhäuser Schaffensperiode wird Johannes Spangenberg zum Reformator von Kirche und Schule - nicht nur in Nordhausen, sondern im gesamten Südharz.

Geboren wird er am 29. März 1484 in Hardegsen bei Göttingen als das jüngste von vier Kindern eines Handwerkers. Er stirbt am 13. Juni 1550 in Eisleben.

Belegt ist ein Schulbesuch für 1501 in Göttingen und 1502 in Einbeck. Wohl vor Aufnahme seines Studiums unterrichtet er an der Stiftsschule in Gandersheim. Seit dem Wintersemester 1508/09 studierte er in Erfurt, u.a. bei Eoban Hessus. Dort erlangt er 1511 den akademischen Grad eines Bakkalaureus und später eines Magister artium. Danach lehrt er mehrere Jahre privat in Erfurt. Von 1520-1524 ist er Rektor der Lateinschule in Stolberg/Harz - vielleicht veranlasst durch Beziehungen des Justus Jonas zu dem in Erfurt zum Dr. theol. promovierten Stolberger Pfarrherrn Tileman Platner. Im April 1524 folgt Spangenberg einer Berufung als Pfarrherr und Prediger an die St. Blasii-Kirche zu Nordhausen. 1527 heiratet Spangenberg die Nordhäuserin Katharina Grau. Spangenberg wird Vater von 6 Kindern.

Nach dem Zerfall des Schulwesens in der Stadt im Mai 1525 unterrichtet Spangenberg Schüler bei sich zu Hause und baut bis 1531 das Schulwesen der Stadt neu auf. Ab 1534 verfasst er mehrere Schriften vor allem Unterrichts-Materialien. Im Juni 1546 zieht er nach Eisleben, um auf Vorschlag Martin Luthers als Prediger Eislebens und General-Superintendent der Grafschaft Mansfeld zu wirken.

Spangenberg verfasst zwischen 1534 und 1550 Schriften, die teilweise erst postum erscheinen und durch zahlreiche Nachdrucke Verbreitung fanden. Die größte Resonanz fanden drei Schriften, die in Frage- und Antwortform verfasst waren und auf Texten Wittenberger Reformatoren basierten: die „Margarita theologica“ (1540), ferner eine Ausgabe von Luthers Großem Katechismus (1541) sowie die „Postilla deutsch“ (1542-1544), ein Katechismus für Jungen und Mädchen zu den hauptsächlichen Festen des Kirchenjahres.


(nach: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 10, 1995)