Helmut Zinke

Helmut Zinke, Oberrat a. D., wurde am 20. August 1930 in Dippach bei Eisenach geboren. Nach seiner Lehre als Brauer, die durch die Kriegs- und Nachkriegszeit unterbrochen wurde, schlug er sich ab 1953 als Hilfsarbeiter durch. 1955 wurde er Sprengmeister, 1962 Betriebsleiter im Munitionsbergungsbetrieb Erfurt (100 Mitarbeiter), ab 1964 war er Angehöriger der Deutschen Volkspolizei (zuletzt Major der DVP).

Helmut Zinke Als früherer Chef des Munitionsbergungsbetriebes Erfurt hat er mit ruhiger Hand und oft in höchster Gefahr allein in Nordhausen 248 Bomben aus dem II. Weltkrieg entschärft.
Bis Mitte Juni 1969 hatte er bereits über 121 Blindgänger unschädlich gemacht, davon in Nordhausen 106, wofür ihm auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 7. Oktober 1969 die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde.

In diesen und den folgenden Jahren stand er mit seinem eigenen Leben für das Leben anderer ein und wuchs über sich hinaus. Mit Ruhe und Gelassenheit, nie aber mit Leichtsinn oder Routine erfüllte er diese schwierige Aufgabe. Allein in Nordhausen, das nach Halberstadt (82%), Dessau (80%) und Plauen (75%) mit 74% zerstörter Wohnungen zu den am schwersten betroffenen Städten Mitteldeutschlands gehörte, war er über 600 mal im Einsatz.

Für seine Einsatzbereitschaft wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. 1966 mit der Verdienstmedaille der DDR. Im selben Jahr wurde er auch Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Dippach. Bis 1990 wagte er sich insgesamt 800 mal an schwerste Kaliber von Bomben und Luftminen.